40 | EPP und Energieeffizienz beim Energietag

Systembetrachtungsansätze zur Realisierung von Energieeffizienzpotenzialen: Unter diesem viel versprechenden Motto trafen sich am 12. Oktober 2010 im oberfränkischen Thurnau Vertreter aus Wirtschaft und Politik zum 3. Nordbayerischen Energietag. Ministerpräsident a.D. Günther Beckstein rief Unternehmen zu verantwortungsvollem Umgang mit Energie auf. Christian Traßl, Stellv. Bereichsleiter Kunststoffe der Neue Materialien Bayreuth GmbH, zeigte am Beispiel der Partikelschäume, wie das funktionieren kann.

Potenziale und Umsetzungswillen vorhanden
Die Referenten der Veranstaltung präsentierten die vielfältigen, teils massiven Potenziale zur Energieeinsparung von bis zu 80% an Beispielen aus der Praxis. Nicht nur eine systematische Analyse und die Infragestellung und Änderung der bisherigen Prozesse seien von enormer Wichtigkeit. Auch die Kooperationen zwischen den Unternehmen ? ob zum Gedankenaustausch oder Zusammenarbeit ? seien grundlegend. Dabei lobte Günther Beckstein im Vorfeld die Vernetzung der mittelständischen Unternehmen in der Region: ?Die ganz großen Einzelspieler gibt es hier nicht.?

Neue Materialien Bayreuth bietet vielfältige Möglichkeiten zur Kooperation
Am Rande der Veranstaltung wurden aber von vielen Seiten Probleme bei der Umsetzung der durchaus gut geplanten Energieeinsparpläne angesprochen. Es fehle an Zeit oder der konsequenten Umsetzung, was die ambitionierten Vorhaben des Öfteren behindert. Christian Traßl bemerkte in diesem Zusammenhang, dass bislang zwar viele Global Player seit Jahren Kooperationen mit Universitäten und Forschungseinrichtungen eingehen. Mittelständische Unternehmen sind sich oftmals der Möglichkeiten und Chancen, die solche Zusammenarbeit bietet, nicht bewusst. Die Veranstaltung sollte daher auch dazu dienen, die Mittelständler darauf aufmerksam zu machen, dass diese Kooperationsmöglichkeiten auch an der Universität Bayreuth bestehen, zum Beispiel mit der NMB GmbH.

EPP energieeffizienter
Christian Traßl, ebenfalls Geschäftsführer des EPP-Forums, konzentrierte sich in seinem Vortrag zwar auf die Verarbeitung des EPP, da es klar sei, dass der Produktionsprozess der Partikelschäume sehr energieintensiv ist. Allerdings konzentriere sich seine Arbeit bei der NMB GmbH auf dessen Untersuchung und die Verbesserungspotenziale. Die Bayreuther haben es dank modernster Sensorik und Messtechnik bereits geschafft, über 50% der zur Herstellung von EPP erforderlichen Energie einzusparen. Allerdings betonte Traßl, dass die Erkenntnisse in diesem Bereich auch für andere Branchen und Entwicklungen nützlich sein können: ?Das Beispiel EPP ist auf viele andere Prozesse übertragbar.?