86 | Particle Foam 2015: international, informativ, interdisziplinär

Wie entwickelt sich aktuell der Markt für Partikelschäume? Welche Zukunftstrends zeichnen sich für EPP, EPS & Co. ab? Wie sieht die neue Prozesstechnik für diese Werkstoffe aus und was kann sie leisten? – Diese und viele Fragen mehr standen im Fokus der 5. Particle Foam am 26. und 27. November 2015 in Heidelberg. Die internationale Fachtagung wurde vom VDI Wissensforum zusammen mit seinem europäischen Dachverband EUMEPS organisiert.

Hochkarätige Referenten, informative Fachvorträge und die Möglichkeit zu Wissenstransfer und Kontakten lockten zahlreiche Teilnehmer aus aller Welt zu der Tagung. Vertreter aller Betriebe entlang der Wertschöpfungskette – von Rohstoffherstellern über Verarbeiter, Maschinen- und Anlagenbauern bis hin zu Endanwendern – besuchten die Particle Foam.

Mitglieder des EPP-Forums gestalten Tagungsprogramm

Da durfte das EPP-Forum natürlich nicht fehlen und präsentierte sich mit einem kleinen Stand dem Fachpublikum. Viele EPP-Forum-Mitglieder wirkten aktiv am Tagungsprogramm mit. Der Vorstandsvorsitzende Dipl.-Ing. Walter Kurtz – von der Mitgliedsfirma Kurtz GmbH – übernahm die Tagungsleitung. Geschäftsführer Dipl.-Ing. Christian Traßl und Dipl.-Betriebswirt (BA) Wolfgang Teubert von der Teubert Maschinenbau GmbH, Mitgliedsunternehmen im EPP-Forum, sorgten mit ihren Vorträgen für Gesprächsstoff rund um EPP. Aber auch Allard Lohmann von der HSV Moulded Foams Group – zu der EPP-Forum-Mitglied HSV Packaging & Insulation bv gehört – sowie Dipl.-Ing. (BA) Stephan Gesuato, Leiter Vertrieb Schaumstoffmaschinen bei Kurtz, widmeten sich in ihren Beiträgen der Marktentwicklung und den produktionstechnischen Fortschritten im Bereich Partikelschäume – mit Schwerpunkt auf EPS.

EPP – Marktpotenzial und Design-Werkstoff

Christian Traßl referierte über „EPP – Marktentwicklung und zukünftige Trends“. Seine Prognose: EPP als Werkstoff für Materialverbunde und Hybridbauteile wird in Zukunft noch mehr an Bedeutung zunehmen. Die idealen Eigenschaften des Partikelschaums machen es möglich: Er ist leicht – und gleichzeitig formstabil und robust, er ist chemikalienresistent, wasserabweisend und ölbeständig, verfügt über hervorragende Dämmeigenschaften und ist recyclingfähig. Dieses Potenzial macht EPP auch ideal für neue Anwendungsbereiche, z. B. Elektromobilität.

Zu den aktuellen Fortschritten in der EPP-Verarbeitung hielt Wolfgang Teubert zusammen mit der Designerin Janja Maidl vom Berliner „studio 7.5“ einen Vortrag. Unter dem Titel „Metaform Portfolio von Herman Miller – Herausforderung für Lieferanten“ stellten sie die Entwicklung eines Büromöbelsystems vor, dessen Module aus EPP gefertigt werden. Dieses Beispiel offenbart das Gestaltungs-Potenzial von EPP, das zunehmend von Designern für innovatives Produkt- und Industriedesign entdeckt wird. Teubert und Maidl zeigten anhand des Büromöbelsystems die Herausforderungen an die Produktion auf.

Synergie-Effekte auf der Particle Foam

Die Tagungs-Teilnehmer nutzten die Particle Foam zu regem Erfahrungsaustausch und intensivierten oder knüpften neue Kontakte. Auch Christian Traßl zeigte sich begeistert von der Tagung: „Die Particle Foam gehört zu den seltenen Treffen, wo wirklich alle – vom namhaften Maschinenhersteller über Schaum-Verarbeiter bis hin zu Netzwerken rund um Partikelschäume, z. B. wir vom EPP-Forum – zusammenkommen. Ich denke, jeder Teilnehmer geht von der Particle Foam mit einem deutlichen Erkenntnisplus nach Hause: Neben Vorträgen zu innovativen Verfahrenstechniken, top-aktuellen Schaumwerkzeugen, Anwendungsbeispielen und Markt-Trends rund um EPP und EPS hat das Tagungsprogramm ganz konkrete Fragestellungen zu Umweltaspekten, Recycling, Nachhaltigkeit sowie Vermarktungs-Potenzialen berücksichtigt – eine sehr interessante Themen-Mischung!“

Die nächste Particle Foam wird in drei Jahren stattfinden. Schon jetzt steht fest: Das EPP-Forum wird wieder mit dabei sein!